Die Vorstellung, dass eine Person solitär führt und die anderen folgen, ist ein Relikt. Sie stammt aus einer Zeit von Landkarten, Hierarchien und klaren Befehlswegen. Eine:r wusste, wo es langgeht. Die anderen gingen mit. Diese Logik hat funktioniert, solange die Welt überschaubar war und die Richtung stabil. Diese Zeit ist vorbei.
WeiterlesenMärchen sind keine harmlosen Gute-Nacht-Geschichten. Sie sind psychologische Verdichtungen. Sie erzählen von Sehnsucht, Abhängigkeit, Mut und Selbstverlust. Und sie prägen unterbewusst unser Bild von Beziehung, Identität und Führung. Die Maturaarbeit von Nora von Allmen liest klassische Märchen und ihre Disney-Adaptionen mit einem Instrument, das man dort selten vermutet: dem DSM-5. Heraus kommt kein Pathologisieren, sondern eine präzise Analyse darüber, wie sehr diese Figuren innere Konflikte tragen, die uns bis heute vertraut sind.
WeiterlesenNoch immer folgen wir zu oft den Lauten, den Alten, den Titelträgern. Dabei ist Führung keine Ehrung, sondern Verantwortung. Niemand hat ein Recht auf Gehorsam, nur eine Chance auf Vertrauen.
WeiterlesenFührung nicht länger eine Disziplin der Geschwindigkeit, sondern eine Frage der Zeit? Nicht der nächsten Präsentation, sondern der nächsten Schicht. Nicht des lauten Eingriffs, sondern der stillen Wirkung? Die Geologie kennt keine Eile. Und sie formt dennoch alles.
WeiterlesenZiele führen in die Zukunft, Sinn aber hält zusammen. Wer nur «was» und «wie» führen kann, wird irgendwann irrelevant. Die Frage «wozu» ist die Kernkompetenz moderner Führung.
WeiterlesenPerfektion ist unnahbar. Verletzlichkeit macht nahbar. Wer nie zweifelt, nie stolpert, ist kein Mensch, sondern Projektionsfläche. Doch Menschen folgen Menschen. Nicht Maschinen.
WeiterlesenEtwa so viel wie das Empty Leader-Retreat mit einem klassischen Führungsseminar. Auf dem Papier vielleicht ähnliche Kategorien. In der Realität zwei völlig verschiedene Erfahrungen. Mürren ist keine Flucht. Mürren ist ein Ort, der deutet. Und das Retreat ist kein Seminar, sondern ein Raum für Begegnung mit sich selbst.
WeiterlesenNicht PowerPoint. Nicht OKR. Nicht der Statusbericht. Sondern die Art, wie wir sprechen: Klarheit, Widerspruchsfähigkeit, Resonanz. Sprache stiftet Wirklichkeit. Wer führen will, muss seine Sprache führen können.
WeiterlesenNarzisstische Führung ist kein Charakterfehler und kein Drama aus Management-Ratgebern. Sie ist ein altes Muster aus Sehnsucht, Schmerz und der verzweifelten Hoffnung, sich selbst in der Welt zu sichern. Narzisst:innen bauen Grosses. Sie entzünden Funken. Sie führen mit einer Kraft, die mitreisst. Und sie zerstören am Ende oft genau das, was aus ihnen entstanden ist. Nicht aus Bosheit. Sondern aus Angst. Vor der Stille. Vor Bedeutungslosigkeit. Vor dem eigenen Innen. Dieser Text versucht, die Mechanik dieser Implosion zu verstehen. Nicht wertend, menschlich.
WeiterlesenTun ist leicht. Es füllt die Angst. Doch echte Führung wächst im Raum dazwischen: zwischen Reiz und Reaktion, zwischen Zweifel und Entscheidung. In der Stille entscheidet sich die Qualität der Führung.
WeiterlesenWer führt, ohne geerdet zu sein, führt ins Abstrakte. In Schlagwörter, Tools, Simulationen. Doch Führung ist konkret: ein Blick. Ein Atemzug. Ein Gespräch. Erdung heisst, präsent zu sein. Ganz, wach, offen.
WeiterlesenFührung verändert sich radikal. Sie verliert ihr Zentrum und gewinnt an Tiefe. Wo früher Hierarchien dominierten, entstehen heute Netzwerke. Macht wird geteilt, Kontrolle ersetzt durch Vertrauen. Führung ist kein Besitz mehr, sondern ein Feld, das sich bewegt. Eine neue Machtökonomie entsteht: dezentral, transparent, menschlich.
WeiterlesenFührung ohne Innenschau ist Manipulation mit Methode. Wer andere prägt, ohne sich selbst zu kennen, missbraucht Macht, meist unbewusst. Spirituelle Reife meint nicht Esoterik. Sondern die Bereitschaft, sich selbst nicht über andere zu stellen.
WeiterlesenJede Entscheidung hat Nebenwirkungen. Nicht nur betriebswirtschaftlich, auch menschlich, sozial, ökologisch. Wahre Führung denkt nicht linear, sondern zyklisch. Nicht kurzfristig, sondern regenerativ. Sie fragt: Was nähre ich mit dieser Entscheidung? Was stirbt durch sie?
WeiterlesenWer Leistung bringt, soll belohnt werden. So steht es in Karriereratgebern, Leitbildern und auf den polierten Slides jeder HR-Präsentation. Im Alltag heisst die Praxis aber oft genug anders: «Performance Punishing». Die Tüchtigsten werden mit zusätzlicher Arbeit belastet, ohne Titel, ohne Lohn, ohne Schutz. Man nennt es hübsch «Quiet Promotion», als wäre es ein Geschenk. In Wahrheit ist es die stille Strafe für Leistung und der sicherste Weg, Motivation zu zerstören, Burn-out zu befördern und die besten Leute zu verlieren.
WeiterlesenDie stärkste Führungsgeste ist manchmal der Rückzug. Wer an seinem Stuhl klebt, sitzt oft auch dem Wandel im Weg. Führung heisst nicht, möglichst lange zu bleiben, sondern zu wissen, wann es Zeit ist, Platz zu machen.
WeiterlesenNarzissmus in Unternehmen ist kein Ausnahmefall, er ist das System. Narzisstinn:en prägen Führungsstrukturen, Unternehmenskulturen und ganze Branchen weit über Einzelfälle hinaus. Sie liefern Resultate, glänzen in Krisen und dominieren Teams. Mit einem hohen Preis für das Umfeld. Warum narzisstische Persönlichkeiten nicht einfach das Problem sind, sondern tief verankerte Symptome einer leistungsorientierten Gesellschaft. Wie Organisationen Narzissmus dulden, fördern und selten eindämmen. Und warum ein Coaching oder Kulturwandel Narzisstinn:en kaum verändert, sondern nur das System selbst eine Wirkung entfalten kann. Ein Text für alle, die sich mit toxischer Führung, Selbstwertmangel (SLDD), Verantwortung in Organisationen und dem realen Umgang mit destruktiven Persönlichkeiten beschäftigen, liefert dieser Beitrag eine kompromisslose Antwort: Take it or leave it. Es gibt nichts dazwischen.
WeiterlesenDer Montag galt lange als Synonym für Pflichtbewusstsein. Pünktlich, leistungsbereit, präsent. Doch nach dem Homeoffice-Momentum bekommt er eine neue Rolle: als Bühne für passiven Widerstand. «Bare Minimum Monday» ist die Reaktion auf den Ruf zurück ins Büro. Ein Trend, der mehr über Macht, Autonomie und Unternehmenskultur verrät als jede Produktivitätsstudie.
WeiterlesenViele Leader drehen sich wie Sonnen um sich selbst. Doch Menschen wachsen im Schatten, nicht im Scheinwerfer. Gute Führung verlagert das Zentrum hin zu den anderen.
WeiterlesenGute Führung sucht nicht den perfekten Entscheid. Sondern den tragfähigen. Denjenigen, der Bewegung erlaubt, auch wenn er nicht makellos ist. Wer führt, übernimmt Verantwortung. Nicht für absolute Richtigkeit, sondern für das sichere Gehen im Ungewissen.
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