Posts getaggt mit Psychosomatik
Fühlen. Egal was, Hauptsache das.

Fühlen gilt als Störfaktor. Als Risiko. Als etwas, das man im Griff haben muss, bevor es einen selbst im Griff hat. Aber je perfekter wir uns organisiert haben, desto deutlicher meldet sich genau das, was wir zu vermeiden suchten. Nicht als Theorie, sondern als Zustand. Eine Einladung, das Fühlen nicht länger zu therapieren, zu managen oder zu übergehen, sondern es wieder als das zu begreifen, was es ist: ein präzises, unbestechliches Orientierungssystem. Unordentlich vielleicht. Aber lebendig.

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Sitzen mit Traurigkeit.

Traurigkeit gilt in unserer Kultur als Störung, als etwas, das möglichst schnell überwunden, erklärt oder transformiert werden soll. Aber Traurigkeit ist kein Defekt, sondern eine menschliche Fähigkeit. Eine, die wir verlernt haben. Wer nicht vor ihr flieht, sondern bei ihr bleibt, betritt einen Raum jenseits von Aktivismus, Betäubung und Rückzug. Dort geschieht etwas Unauffälliges und zugleich Grundlegendes: Selbstregulation statt Kontrolle, Würde statt Funktionieren, und eine leise Freiheit, die nicht aus Lösungen entsteht, sondern aus Präsenz.

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